Hilfe beim Verlust eines Kindes

Hilfe beim Verlust eines Kindes


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Liebe betroffene Eltern,

diese Seiten möchten euch informieren, wenn ihr euer Kind während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt wieder gehen lassen müsst oder wenn die Ausschabung, die kleine Geburt, der medizinisch indizierte Abbruch, die stille Geburt bzw. die Totgeburt eures Kindes bereits hinter euch liegen...

Es tut mir sehr Leid, dass auch ihr diese schlimme Erfahrung machen müsst.

Wenn ihr gerade erfahren habt, dass euer Kind nicht mehr lebt oder nicht lebensfähig sein wird, wisst ihr wahrscheinlich nicht, wie ihr nun vorgehen sollt, was "richtig" ist - und dennoch drängt die Zeit, von euch werden Entscheidungen verlangt.

Lasst euch Zeit, in euch hinein zu horchen, was ihr empfindet, und nehmt euch die Zeit, euch umfassend zu informieren, welche Möglichkeiten ihr nun habt.
 

Wenn euer Kind bis ca. zur 24./25. SSW gestorben ist, lautet die medizinische Definition "Fehlgeburt".
Ihr dürft trotzdem von eurem Kind sprechen und um euer Baby trauern.

Im Normalfall wird euch bei einer sogenannten "frühen Fehlgeburt" (erstes Schwangerschaftsdrittel) eine Ausschabung empfohlen.
Ihr könnt jedoch möglicherweise, wenn ihr engmaschig ärztlich betreut werdet, auf eine Ausschabung verzichten.

Bei einer sogenannten "späten Fehlgeburt" und bei einer stillen Geburt (einer Totgeburt) wird es meist zu einer ganz normalen Entbindung kommen.
Was zunächst schrecklich klingt - das tote Kind zu gebären -, kann wichtig für den weiteren Trauerverlauf sein - und es ist normalerweise besser, auf einen Kaiserschnitt samt Vollnarkose zu verzichten.

Wenn ihr euer Kind entbindet, sollte ein Abschied möglich sein.
Ihr dürft euer Baby sehen, es berühren, streicheln, waschen, anziehen, fotografieren, filmen - es kann und wird nur diesen einen Abschied geben, daher rate ich euch eindringlich, ihn zu nutzen und nach euren Wünschen zu gestalten.

Später kommt die Frage der Bestattung auf euch zu.

Kleine Sternenkinder werden oft durch die Kliniken in Sammelbestattungen auf speziellen Grabfeldern bestattet.
Ihr könnt euer Kind durch einen Bestatter in einem eigenen Grab beerdigen lassen.

Bestattungspflichtig sind in Deutschland normalerweise (das Bestattungsrecht ist Länderrecht) still geborene Kinder, die über 500 g (1.000 g) wiegen.
Kleinere / leichtere Kinder dürfen jedoch auch beerdigt werden!

Wenn ihr euch mit anderen Betroffenen austauschen möchtet, ist dies z. B. in Selbsthilfegruppen vor Ort möglich.
Ihr findet sie über euer Krankenhaus, euren Gynäkologen oder auch über das Internet.

Im Netz gibt es zahlreiche Foren und Chats, in denen ihr euch Tag und Nacht mit anderen betroffenen Eltern austauschen könnt.

Außerdem findet ihr über das Internet Anlaufstellen zu speziellen Fragen (z . B. Krankheit/Behinderung, Verlust eines älteren Kindes, Kinderwunsch, ...).

Es kann hilfreich sein, Bücher zum Thema "Verlust eines Kindes" zu lesen, ein Tagebuch zu führen, Musik zu hören, die Trauer kreativ umzusetzen.
Wichtig ist, dass ihr euren ganz eigenen Weg findet, denn es gibt nicht den einen oder den "richtigen" Weg.

Ein sehr wertvolles Buch ist "Gute Hoffnung - jähes Ende" von Hannah Lothrop (ISBN-13: 978-3466343898).

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember findet das Worldwide Candle Lighting®,- das weltweite Kerzenleuchten für Sternenkinder, statt.
In jeder Zeitzone, überall in der Welt sind Menschen eingeladen, um 19:00 Uhr eine Kerze anzuzünden, um aller verstorbenen Kinder zu gedenken - damit ihr Licht immer scheinen wird. Wenn die Kerzen in der einen Zeitzone niederbrennen, werden sie in der nächsten angezündet. So wird für unsere Sternenkinder 24 Stunden lang eine Welle von Licht um den Globus wandern.
Eine Initiative der "Compassionate Friends", der Verwaisten Eltern und Geschwister in den USA.
 

Die genannten Informationen können die Thematik nur anreißen.

Umfangreiche Informationen zu den genannten Themen (Verzicht auf Ausschabung, Abschied vom Kind, Bestattungsinformationen, Selbsthilfegruppen/Anlaufstellen, Links, Büchersammlung) bietet die Internet-Seite www.muschel.net
 
 

Stand: 23. März 2007


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letzte Aktualisierung dieser Seite: 2007-03-23

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© Constanze Tofahrn-Lange, Wangerooge
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